300,- Euro ist der durchschnittliche Wert der Lebensmittel, die jeder Deutsche pro Jahr und Kopf wegwirft. 800.000 Tonnen Lebensmittel wandern in Deutschland jedes Jahr völlig unberührt und ungeöffnet in den Müll. “Taste the waste” liefert die Bilder zur Statistik – und ich frage mich: muss das wirklich sein? Wenn gestern doch Geiz noch geil war, warum dann diese unglaubliche Verschwendung?
Viele noch genießbare Lebensmittel werden weggeworfen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist; ein ebenfalls großer Teil wandert in den Müll, weil man einfach mehr eingekauft hat, als man essen kann. Brot wird tonnenweise “entsorgt”, weil die Kunden täglich frische Backwaren wollen – und krumme Gurken kommen gar nicht erst in den Handel, weil sie sich nicht so gut in die Transportkisten sortieren lassen. Es muss uns wirklich sehr gut gehen, wenn wir uns das alles leisten können!
Wie Tanja schon festgestellt hat, geht es nicht ohne Konsum – und damit wohl auch nicht ohne Müll. Aber solche Müllberge… das muss auch anders gehen. Ich mache ja gerne mal Selbstversuche
und nachdem ich anläßlich des Veggie-Tages schon feststellen musste, dass mein “ökologischer Fußabdruck” zu groß ist, habe ich mich jetzt zu einem privaten Müllvermeidungs-Projekt entschlossen.
Die Müllfalle heißt Bequemlichkeit…
Einen leichten Stoffbeutel für Einkäufe in die Handtasche zu packen ist die leichteste Übung, das mache ich sowieso. Brot verkaufen einige Bäcker abends zu einem reduzierten Preis – prima; ich habe gespart und der Bäcker muss es nicht wegwerfen. Ab sofort kaufe ich aus Prinzip nur noch die krummsten Gurken, die im Regal liegen; irgendwie finde ich diese Jagd nach den “Norm-Ausreißern” sogar lustig. Es lebe die Individualität, Freiheit für die Gurken!
Während ich dies schreibe, steht allerdings ein Coffee-to-go-Becher vom Büdchen auf meinem Tisch… das geht nun nicht mehr. Also kaufe ich mir einen Coffee-Mug zum Mitnehmen, mit Deckel und sehr stylish. Hm. Brauche ich jetzt eine größere Handtasche, damit ich meinen Coffee-Mug auch immer dabei habe? Schon wieder mit einem Fuß in der Konsumfalle…
Beim Lesen von Müllvermeidungs-Tipps ahne ich: es wird unbequem. Getränke in Glas- statt in Plastikflaschen in meine 5.Etage tragen? Auf die praktischen wisch-und-weg Tücher verzichten? Das Mittagessen aus der Salatbar in der eigenen Frischhaltedose transportieren, die ich nach dem Essen spülen muss, statt einfach eine Pappschachtel in den Müll zu werfen? Klingt erstmal nicht attraktiv. Andererseits: tonnenweise Müll produzieren und Regenwälder roden für Coffee-to-go-Becher und Salatschachteln? Das passt auch nicht gerade gut zu meinen Wertvorstellungen. Wenn schon konsumieren, dann aber bewusst statt blind. Also lege ich mir einen Zettel in´s Portemonnaie mit den Fragen “Brauche ich das wirklich?” und “Geht das auch anders?”. Dann kann ich immer noch entscheiden. Und wenn es mir gelingt, statt 300,- Euro nur noch 100,- Euro pro Jahr “in die Tonne zu kloppen”, kann ich mir auch eine schöne große Handtasche mit Platz für meinen Coffee-Mug kaufen…
PS: Weihnachten steht vor der Tür…
… und damit nicht nur der alljährliche Geschenke-Wahnsinn, sondern auch eine Verpackungsschlacht. Einfach unverpackte Geschenke überreichen? Oder mal anders verpacken – zum Beispiel in hübsche Geschirrtücher oder ähnliches? Ich bin mir noch nicht sicher… wie macht Ihr das?
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