Am 11.11. um 11.11 Uhr ist es wieder soweit. Die Karnevalssession beginnt. Als gebürtige Kölnerin freue ich mich jedes Jahr auf den Startschuss. Das Datum der lustigen Schnapszahl kommt übrigens auch nicht von ungefähr, denn seit dem Mittelalter gilt die Zahl elf als närrische Zahl. Sie ist um eins größer als die Zehn Gebote und um eins kleiner als die Zahl der Jünger von Jesus. Eigentlich ist der 11.11. der Tag des Erwachens der Narren, denn diese benötigten für ihre Vorbereitung der Karnevalsveranstaltungen genügend Zeit.
Die Geschichte hinter dem Brauch
Mittlerweile wird am 11.11. traditionell das Prinzenpaar in den Karnevalshochburgen vorgestellt. Das liegt daran, dass das Geburtsfest Christis bereits eine vorangehende 40-tägige Fastenperiode vorsah, vor deren Beginn man mit Fleischgerichten en masse sündigen durfte. Daher wird am Sankt Martinstag auch traditionell zum Gänseessen geladen oder in den Karnevalsstädten zum Feiern.
Der Karnevalsstart heißt übrigens auch nicht Saisonbeginn, sondern Sessionsbeginn. Session kommt aus dem Lateinischen (sedere = sitzen) und beschreibt eine Sitzungsperiode und keine einzelne Sitzung. Und da ab dem 11.11. ganz viele Karnevalssitzungen stattfinden, wird von einer Periode gesprochen.
Das Krawattenkürzen der Frauen
Wusstet Ihr, dass man in Köln am Karneval als Krawattenträger schlechte Karten hat? Denn es gibt einen lustigen Brauch, bei dem die Frauen den Männern die Krawatten mit einer Schere kürzen. Die Bedeutung dahinter stellt die symbolische Unterwerfung des Mannes und die Machtergreifung der Frauen in der närrischen Zeit dar. Übrigens hat der Mann in dieser Situation keine Haftungsansprüche, es sei denn er reißt sich aus den Frauenarmen los und bekundet sein Nichtwollen. Da die Tat der Frau vorsetzlich passiert, haftet die Privathaftpflichtversicherung eh nicht. Daher: Schärft Eure Scheren, liebe Frauen
.
“Gefahren” beim Karnevalszug
Wenn es dann am Rosenmontag soweit ist und sich der Rosenmontagszug um 11.11.h in Bewegung setzt, kann es zu der ein oder anderen Blessur kommen. Wer schon mal eine Schachtel Pralinen an den Kopf bekommen hat, weiß, wovon ich rede
. Hier haftet übrigens nicht die Veranstalterhaftpflichtversicherung, weil man sich im Karneval freiwillig in die “Gefahrenzone” begibt. In solchen Fällen muss man – so makaber es klingt – mit evtl. Schäden rechnen.
Ich für meinen Teil freue mich auf die dollen Tage, alleine der Brauchtumspflege halber
.
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