In der Fußball-Bundesliga steht morgen der 34. und letzte Spieltag an. Ihr denkt, dass alle Entscheidungen gefallen sind und Ihr Euch die Sportschau auch schenken könnt? Zugegeben: Dortmund ist verdient Meister, die Champions League Plätze sind auch vergeben. Aber uns Kölnern steht morgen um 15:30 Uhr trotzdem der Schweiß auf der Stirn. Denn einen erneuten Absturz in die 2. Liga würde das kölsche Fußballherz nicht verkraften!
Beim morgigen Saison-Kehraus kommt es zum großen Fernduell zwischen dem 1. FC Köln und der Berliner Hertha. Die Hauptstädter wollen den Geißböcken auf den letzten Drücker noch den Relegationsplatz abjagen. Klar ist: Für einen der beiden Klubs geht es morgen eine Etage tiefer.
Der FC hat dabei die bessere Ausgangslage. Solange die Hertha nicht gewinnt, reichen den Kölnern die aktuell zwei Punkte Vorsprung für den begehrten 16. Platz. Schlagen die Berliner Hoffenheim, geht am Rhein jedoch das ganz große Zittern los. Denn dann braucht auch der FC einen Dreier – und der Gegner ist beileibe keine Laufkundschaft. Champions League Finalist FC Bayern München kommt ins Rhein-Energie-Stadion, um sich für das Pokalendspiel warmzuschießen.
Wir hier in der Domstadt rechnen, wie immer beim FC, mit dem Schlimmsten. Ich habe mir einen alten Weltempfänger besorgt, den ich morgen mit ins Stadion nehme. Schließlich möchte ich die schlechten Nachrichten aus Berlin wenigstens als erstes hören und nicht abwarten, bis sie auf der Anzeigetafel eingeblendet werden. Mit seinem Smartphone kann man im Stadion auf Grund eines Funklochs nämlich traditionell höchstens ein paar Fotos knipsen. Deshalb stehe ich morgen mit einem alten Radio in der Kurve. Und das im 21. Jahrhundert! Aber seien wir ehrlich: Was gibt es Schöneres als das Kopfkino während einer spannenden Radiokonferenz. Hier die WDR-Schalte vom letzten Spieltag der Saison 1998/1999 – hört mal rein!
Noch 90 Minuten Fußball, dann sind wir schlauer. Denn die Wahrheit liegt ja, wie schon Otto Rehagel wusste, auf dem Platz. Und einen Vorteil hat der Pessimismus von uns Kölnern ja auch: Wir können nur positiv überrascht werden!
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